Montag, 8. Februar 2016




Zum Thema       "Mein schönster Moment"


Achtung, die „Blauen“ sind unterwegs

Na, zum Glück ist es bald zu Ende sagte ich nach den vergangenen acht Monaten des Jahres.
Ein Misserfolg nach dem Anderen. Das sägt an den Nerven. Ich hatte starke Selbstzweifel.

Aber Selbstmord?  Nee, solch ein Typ bin ich nicht, aufgeben, dann lieber noch mal leiden. Irgendwann greife ich  wieder zum Glück und schwebe empor an die Wasseroberfläche zum Licht, wenn ich mal bis zum Grund des Sees gelange.




Ein entscheidender Moment.
Aber wann kommt er, wie lange bin ich noch stark?

Der einzige positive Auftrieb war im dem Moment mein Horoskop.“ Rad des Schicksals“, „Wende“ und ähnliche Schlagworte sagten mir, „ halte durch:    es ist nicht mehr weit.“

Ein „Mausklick“ reichte dann und ich wusste gleich, es ist der Richtige gewesen.
Was ich las, interessierte mich so sehr, weil es mir so unmachbar erschien und gleichzeitig bewältigbar  

Das Machbare kam , als ich las:       Segeltherapie… mit Einstieghilfe Hublift am Steg.

Ich dachte, was für eine tolle Idee.
Ich hatte Zweifel aber auch die Möglichkeit zur persönlichen Wunscherfüllung gefunden.

Ich hatte nämlich diese Möglichkeit seit zwanzig Jahren schon abgeschrieben, denn ich schloss aus, irgendwie und ohne plumpsen ins Wasser, in ein kleines Boot zu kommen.

Nicht mal ein Tretboot traute ich mir zu, denn meine Lähmungen und mein eingeschränktes Gleichgewicht raubten mir die Gedanken daran.  Und nun dieses Angebot.

Es dauerte auch nicht lang, bis ich am Steg in Münster/W stand mit der Physiotherapeutin Christina.
Mit ihrer Hilfe kam ich sogar ohne Lifter ins Boot. Ich konnte mehr als gedacht.

Bald war ich mit walky-talky ausgestattet unter Segel  im Wind.

Selbst meine linke gelähmte Hand konnte steuern helfen.

Ich vergaß alle mir zugedachten Schwierigkeiten und schwebte über die Wellen.
ich hätte nicht gedacht, dass sich meine vielen guten Erlebnisse meines zweiten Lebens noch toppen ließen.

Ich erspürte wieder das Gefühl Freiheit für Körper und Seele, wie ich es nur von „Damals“ kannte, von vor dem Schlaganfall.

Meine Vor-Ort Physiotherapeutin Bianka  sagte mal ironisch, aber erfreut: Zebin ist mal kurz zum Segeln.
Als ich zurück war, stelle sie gleich fest:  Zebin lebt wieder!

Und die Aussage meines Zitates:
  
 „ Die richtige Mischung aus Mut und Angst ergibt Kraft."     © ZG                        

hatte sich erneut bestätigt.  





© Zebin Gernlach, komawach.de  Lüneburg im Oktober2015

 Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen.




                                                                                                                                                                                  

Mittwoch, 7. Oktober 2015

segeln kann jeder. ins boot kann jeder (da hublift am steg)  und manche sogar selbst segeln. seit geraumer zeit gibt es in münster / W die möglichkeit für alle behinderten (sogar komatöse patienten)





bei interesse meldet euch bei mir.




in meinen zwei büchern (War ich nicht tot genug? und Mein Geschenk) erfahren sie von live-berichten aus dem koma und wie ich die kommenden jahre bis zum segeln erlebt und gestaltet habe.

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Donnerstag, 16. Juli 2015

(PK)  Leseprobe aus meinem Buch "Mein Geschenk"   ISBN 978-3-8391-7290-2
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ICH WETTE AUCH WIR GEHÖREN ZUR PERLENKETTE   !


Versuche nie,
die Gefühle
anderer „Perlen“
zu verletzen,
denn Gefühle sind aus Glas!
Wenn sie
zerbrechen,
zerschneiden
sie die Seele
Warum existiere ich?
Ich verursache der Krankenkasse doch nur noch Kosten und
das schon seit etwa 14 Jahren.
Sinnlos/lebensunwert?
Nein.
Es gibt kein Ende der Wertschätzung und Zuwendung. Sie
sind bedingungslos und ohne Grenzen.
Jens sagt dazu: „(…) Warum sind Behinderte bzw. Komapatienten
wichtig für die Gesellschaft? Für mich ist jeder Mensch
wichtig, einzigartig und liebenswert. Insofern sind ,Behinderte‘,
,Komapatienten‘ usw. in diesem Sinne alles nur Begriffe.
Der Zustand, in dem sich diese Menschen gerade befinden,
ist ein Zustand, nichts weiter (das klingt jetzt vielleicht
etwas merkwürdig, ich weiß nicht genau, wie ich das ausdrücken
soll).
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Das Wichtigste ist der Mensch selbst, wie er ist, wie es ihm
geht, und das zu jeder Zeit, ohne eine Bedingung.
Und warum wir uns in der Gesellschaft für sie engagieren?
Sicherlich, weil die Wertschätzung für diese Menschen noch
nicht ausreichend gelebt wird.
Und bei Dir, Zebin, kommt dann noch hinzu, dass Du – im
Gegensatz zu den vielen Engagierten, die ich sehr achte (wie
z. B. den CvD von ,radio4handicaps‘), zusätzlich zu all dem
noch das tiefe Wissen darum hast, wie es in so einer Lage
ist, wie es einem da geht. Und so kannst Du diese Menschen
noch tiefer verstehen. Mit ihren Wünschen, ihren Schmerzen,
ihren Sehnsüchten, ihren Hoffnungen usw. (...)“
Neulich sagte eine Bekannte zu meiner Betreuerin: „Vergasen,
ab in die Kammer!“
Jens: „(...) Man kann eine Menge Geld damit verdienen, wenn
man die Schwächen anderer aufs Übelste beschimpft (...).
Ich nenne da nur ein paar Stichworte:
- diskriminierende, erniedrigende Schimpfwörter,
- oberflächig sprechende Stammtischrunden,
- zweitrangige Behandlungen (vordrängeln),
- sozialer Abstieg (Nichtbeachtung, übersehen, stehen
gelassen werden),
- finanzieller Abstieg (z. B. nur noch geringes Einkommen
bis ca. 1.000 Euro),
- örtliche Behinderungen (z. B. keine Rampen für Rollifahrer).“
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Puh, das ist verletzend, wenn ich mir das bei mir vorstelle.
Alles raus und neu beginnen mit: Ich dachte bei mir, es muss
doch einen Sinn geben, dass es uns gibt. Einfach nur existent
sein zum nutzlosen Dahinvegetieren?
Da fielen mir die Worte von Jens, Karin und Majo und vieler
anderer Freunde ein. Alle halfen mir gedanklich wieder auf
einen erfrischenden, positiven Weg.
Da gab es auch besondere Szenen, wo ich in vielen Runden
einfach unersetzlich war (die Tür geht auf, ich kam dazu und alles
strahlte), und das als Gelähmte, denn dort zählte nicht mein
Äußeres, meine Hülle, mein Sexappeal, sondern mein sicheres
Auf- und Eintreten, meine Spontanität, meine goldene Stimme,
die meistens lachend daherkommt: meine Persönlichkeit.
Und ich soll nicht dazugehören, ab in die Gaskammer?
Diese oder ähnliche Forderungen trüben zum Glück nicht
mein Gemüt.
Die Lähmung ist nur zweitrangig, oft unpraktisch, aber nicht
hemmend. Besonders dann nicht, wenn ich meine neuen
Vorteile einsetze:
- die jeweilig erforderliche Kraft durch die richtige Mischung
aus Mut und Angst herstelle
- Zeit habe
- geduldig bin
- viel präsent bin
- Selbstständigkeit biete (die zieht andere förmlich an)
- dadurch Halt biete
- alle so nehme, wie sie sind
- Gefühle lebe
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- Zuhöre
- andere nicht bewerte
- Widrigkeiten (wie z. B. Depressionen) den erforderlichen
Raum gebe,
- mir meinen eigenen Raum schaffe (Pausen nehme,
wenn ich sie brauche, es erst gar nicht zum Burnout
kommen lasse),
- Hilfe annehme, Hilfe gebe,
- mich als „Stimme des Komas“ für Hirnverletzte
einsetze
(Vorträge, Lesungen
halte)
Jens: „(…) Es ist Realität, dass viele Familien sich erschöpfen,
weil sie schwere Lebensbedingungen mit einem Menschen
im Wachkoma, mit Schlaganfall oder LIS haben.
Wir müssen das Ganze sehen.
Manche wie Majo, Karin oder Zebin haben so viel Kraft,
dass sie nicht erschöpft sind. Andere kommen ins Schwanken.
Schwanken ist kein Grund zum Verurteilen, Schwanken ist
ein Grund, noch mehr zuzuhören, noch mehr Verständnis
zu zeigen.
Wir reden hier über sehr extreme Schicksals- und Lebenserfahrungen.“
In einer weiteren Mail schreibt er:
„Menschen, denen wir eine Stütze sind, geben uns Halt
im Leben!“
Diesem Satz kann ich nichts hinzufügen. Das stimmt! (…)
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Ja, auch Geduld ist eine von diesen unbeschreiblich
wertvollen
Eigenschaften.
Und es ist auch ein Geschenk für andere Menschen,
dass
man sich Zeit für sie nimmt, aber auch, dass man anderen
die Zeit lässt, die sie selbst brauchen.
Das sind wichtige Dinge im Alltag.
So soll man Sprachbehinderten so viel Zeit lassen,
wie die
Eingeschränkten brauchen, bis sie ausgesprochen haben.
In Gruppen lässt sich das gut üben. In unserer Selbsthilfegruppe
(shg-schlag-seite.de) erhält der jeweilige
Berichtende
als Symbol unser Maskottchen
in die Hand und spricht
so lange alleine, bis er das Maskottchen an das nächste
Gruppenmitglied
weitergibt. Alle anderen hören solange
zu (in der Vorstellungsrunde
ist das unerlässlich).


Als Vergleich zur Gesellschaft sehe ich eine Perlenkette.
Perlenkette deshalb, weil alle Perlen eine etwa gleiche
Gruppe bilden, bloß in Gewicht und Aussehen
unterscheiden
sie sich ein bisschen. Und in Form einer Schmuckkette
am Hals bilden sie eine stabile Gemeinschaft.
Nehmen wir an, die wichtigste Perlmuttkugel liegt deshalb
auf dem Dekolleté, weil sie die gewichtigste ist und damit die
größte Menschengruppe darstellt (die der Nichtbehinderten).
Sie wird durch die Schwerkraft automatisch und ohne weitere
Anstrengung an die auffälligste Stelle am Dekolleté in
den Mittelpunkt gerückt. Diese Perle liegt im Rampenlicht
und beansprucht alleine dadurch schon eine Führungsposition
im Weltgefüge.
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Es ist unmöglich, sie (ohne unser Einwirken) an eine andere
Stelle im Verbund zu bewegen (zu drehen).
Allein daher verschwenden andere Gruppen (Perlen) ihre
Kraft nicht an einer Drehung , weil es vergebens wäre.
Jede Perle hat an ihrem Ort ihren Sinn, ihre Aufgabe, d. h., sie
bringt für ihren jetzigen Platz unersetzbare Fähigkeiten mit.
Die meisten wollen auch gar nicht verlagert werden, weil sie
an ihrem jetzigen Platz voll und ganz Erfüllung haben.
Sie wollen wahrscheinlich auch gar nicht Träger der Verantwortung
sein, die der stärksten Perle auferlegt ist. Ihr Glück
entsteht aus der Unersetzlichkeit der passenden Perle.
Und doch lassen sie die in die Position der größten Perle
rücken, die sagen, wir brauchen die Selbstverständlichkeit
der größten Perle für unser Glücklichsein. Auch wenn sie
dadurch ihre Persönlichkeit aufgeben und manipulierbar
werden, denn die eigene Persönlichkeit jeder Perle ist nur
wirkungsvoll und selbstständig in der jeweiligen Ursprungsperle.
Da die Menschen mit vielen unterschiedlichen, wichtigen
gesellschaftsfördernden Attributen ausgestattet
sind (individuelle
Perlen in einer Kette sind jene, die so ihre einzigartige
Persönlichkeit einbringen), ist es für sie unnötig, diese große
Perle aus der zentralen
Lage zu verschieben.
Weil einige die Folgen des Verdrehens noch nicht kennen,
also erst die Wirkung erspüren müssen, aber hoffen, der Zentrale,
also dem Dekolleté, nahe zu sein, passiert es immer wieder,
dass die Perlenfolge völlig durcheinandergebracht wird.
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Nämlich dann, wenn, bedingt durch den Reiz der Schönheit,
der Verschlussschmuck zum Dekolleté wandert.
Er besteht oft aus Edelstein und verleitet durch seine Ausstrahlung
zusätzlich dazu, verdreht zu werden (Verführung
zum Luxus).
Jens: „(…) Luxus – ein guter Begriff für all das, was weder
äußere noch innere Wärme bringt (...).“
Falls mal wieder gedreht wird, besteht allerdings für die Perlen,
die dicht am Verschluss aufgereiht sind, die Möglichkeit,
ins Rampenlicht zu kommen. Aber sollte das mal passieren,
kann die Anordnung durch Bewegen der Kette schnell in die
ursprüngliche Lage zurückgedreht werden.
Die erste Perle am Verschluss ist die Koma-Perle.
Sie gehört zur Lage „Nackenseite“, wo alle Perlen mit Gegengewichtsfunktionen
(Behinderte im Weltgefüge) eingesetzt
sind.
Nur gemeinsam im Verbund mit angrenzenden Perlen wird
die absolute Stabilität hergestellt, sodass die großen Perlen
auf dem Dekolleté glänzen können.
Ohne Perlen mit Gegengewicht wäre die gleichmäßige
Kettenform nicht gewährleistet (die Dekolletéperle würde
im Bauchnabel versinken).
Es besteht aber die Gefahr (z. B. durch Weltereignisse), dass
der Verschluss geöffnet wird. Dann ist die Stabilität zerstört.
Für diesen Fall gibt es den „Rettungsanker“: Der Verschluss-
Schmuck hat einen Sicherheitsverschluss. Ein Vorverschluss
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warnt nochmals vor dem vollständigen Öffnen, dem totalen
Einbruch der Stabilität; also vor dem Weltuntergang.
In der realen Welt ist dieser Warnhinweis bereits zwei Mal
eingetreten: durch Hiroschima und Tschernobyl. Beide Male
durch Atomstrahlen mit unermesslichen Folgen.
Der dritte Versuch einer Öffnung des Verschlusses kann
schon Todesgefahr bedeuten, denn bestehende Atomstrahlen
sind unbezwingbar und Welt-zerstörerisch.
Die Gebote (die Zehn Gebote Gottes) werden nicht mehr
befolgt.
Eines von ihnen lautet: Du sollst nicht töten.
---
Können Nichtbehinderte von Behinderten lernen?
Ja, sie sollten begreifen, dass Behinderte für ihren Fortbestand
unerlässlich sind. (Gegengewichtsperlen)
Unaufgeklärte Menschen kennen den Schatz der Behinderten
noch gar nicht. Viele denken darum, die einzige Chance
Behinderter bestünde darin, sich ausschließlich zu bemühen,
sich dem vorherigen Leben wieder anzupassen.
Manchen Betroffenen ist es gar nicht vergönnt, den alten
Zustand wiederherzustellen (z. B. bei Lähmung, Amputation
oder sonstigen nicht rehabilitierbaren Merkmalen).
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Und wozu gibt es die, die schon behindert geboren wurden?
Sie werden gebraucht für das Grundgegengewicht.
Weil nicht genügend dort hineingehörende Behinderte
ihren Weg in ihre Urperlen suchen bzw. erst keine Chance
bekommen, sich dorthin zu bewegen, weil sie gestorben
„wurden“ (ungenügend vorhandene qualifizierte Pflegeplätze)
oder sich bei der Entscheidung für den Tod entschieden,
weil sie sich nicht in die dazu vorgesehenen Gegengewichtsperlenpositionen
begeben wollten.
Meines Erachtens hat ein Einschnitt in unser Leben
keinen
sinnlosen Charakter und er will auch nicht Gegengewichtige
unwerter machen.
Ein bisher getrübter (aber immer noch genug glänzender)
Blick ließ sie nicht erkennen, dass sie bisher in einer unglücklich
machenden Nebelperle waren.
Durch Koma erhalten sie die letztmalige Chance zur Korrektur,
insofern die Entscheidung schon dort gefällt wird.
Es soll eine Chance für einen Wandel von Nebel zu Leben
(man lese es rückwärts) entstehen.
Eine Rehabilitation ist dann erreicht, wenn alle positiv gemachten
Erfahrungen in den Wandel eingebracht werden können,
wobei das Negative so stark aus dem neuen Leben ausgeblendet
wird, dass es ungefährlich für die Gesellschaft ist.
Welches ist das größte Attribut der Behinderten?
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Was sie am meisten und hauptsächlich untereinander am
meisten lernen, ist
S o l i d a r i t ä t.
Sind sie verzweifelt, werden sie oft zusätzlich durch Diskriminierung
bestraft. Sie verstecken sich mitunter in ihren
Häusern, um erneuter „Folter“ zu entgehen. Es erwartet sie
das Gleiche wie Straftäter, die ihre Strafe abgesessen haben,
entlassen werden und doch nicht für gesellschaftsfähig gehalten
werden.
Komatösen wird noch zu selten der passende Raum für ihre
Genesung gewährt (nur etwa 40 Prozent der komatösen
Menschen erhalten einen klinischen Rehabilitationsplatz).
Durch ihre oft jahrelange Praxis im Zurechtrücken im Perlenverbund
haben sie gelernt, mit Solidarität besonders ungezwungen
und kompromisslos umzugehen.
Einige Behinderte senden auch schon von ihrer neuen Nackenposition
in die Welt hinein, um die Kette herum.
Und immer, wenn Glanz in den anderen Perlen zu erkennen
ist, hat ihr Auftrag dort bereits gegriffen und lässt die jeweilige
Perle strahlen.
Je mehr Behinderte den Auftrag erkannt haben, desto schneller
können sie diese Botschaft senden und umso mehr Menschen
können diese empfangene Solidarität weitergeben.
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Jens: „(…) Solidarität – das ist so wichtig in unserem Alltag
und in unserer Gesellschaft. Ich würde es sogar kleinschreiben:
solidarität, damit es ein Verb ist.
Wir sollten das Leben vorleben. Es ist unabhängig
von den
Umständen und vom Verhalten anderer
(...).“
Kann man auch ohne Koma zufrieden und glücklich
werden?
Wenn man alle sich selbst betreffenden Eigenschaften
(Charakter,
Gefühle) anerkennt und wertschätzt
und lernt, mit
ihnen umzugehen, oder sie lernt so einzusetzen, dass man
diese Handhabe
vor sich selbst verantworten kann und
wertschätzt und anderen Menschen nicht schadet.
Schafft man eine Korrektur nicht allein, gibt es dazu verschiedenartige
Angebote, wie z. B.: Lebensberatung,
Psychotherapie,
Gestalttherapien.
Oft gelingt eine Umorientierung aber nicht, weil am Negativen,
aber Bekannten und offenbar stabilen Alten festgehalten
wird.
Am schwierigsten ist das Anerkennen und Verantworten
von negativen Persönlichkeitsmerkmalen.
Sie zum Positiven
zu gewichten oder sie sogar positiv einzusetzen, wird die
schwierigste Aufgabe sein.
Ehrliches Handeln, eigene Gefühle und Wünsche auszusprechen
bringt uns am schnellsten ans Ziel. Ist es gelungen,
erkennt man das an einem entspannten Bauch (Selbstzufriedenheit,
Gelassenheit).
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Schön,
dass sehr viele Menschen
schon eine neue Chance erhalten,
wenn sie sie brauchen.
Es ist für diese Menschen
viel Platz in meinem Geschenk.

© ZebinGernlach.de 30.3.2009